Warum wir aneinander vorbeireden – drei Kommunikationsfehler in der Partnerschaft

Sie reden miteinander, aber irgendwie kommt beim anderen nicht an, was Sie eigentlich sagen wollten? Vielleicht liegt es nicht daran, was Sie sagen, sondern daran, wie Sie miteinander sprechen.

Kommunikation gehört zu unserem Alltag. Wir tauschen Informationen aus, teilen Gedanken, äußern Wünsche und versuchen, andere Menschen von unseren Vorstellungen zu überzeugen.

Eigentlich ganz einfach.

Und trotzdem entstehen gerade in Partnerschaften immer wieder Missverständnisse und Konflikte.

Dabei sind es häufig kleine Angewohnheiten, die ein Gespräch unnötig erschweren.

Drei davon sollten Sie kennen.

1. Interpretieren statt nachfragen

Ihr Partner kommt nach Hause, begrüßt Sie kurz und setzt sich schweigend aufs Sofa.

Sie fragen: „Was ist denn mit dir schon wieder los? Schlechte Laune?“

Vielleicht stimmt Ihre Vermutung. Vielleicht war der Tag aber auch einfach anstrengend.

Das Problem: Sie haben bereits eine Bewertung vorgenommen, bevor Sie wissen, was tatsächlich los ist.

Versuchen Sie es anders:

„Du bist heute so still. Ist irgendetwas passiert?“

Eine offene Frage lässt Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, die Situation aus seiner Sicht zu erklären.

Merken Sie sich: Eine Vermutung ist noch keine Tatsache.

2. Verteidigen statt verstehen

„Immer bleibt die ganze Hausarbeit an mir hängen!“

Ein klassischer Vorwurf.

Und die Antwort?

„Das stimmt überhaupt nicht! Ich habe gestern erst die Küche gemacht!“

Schon diskutieren beide darüber, wer wann welche Aufgaben erledigt hat.

Dabei könnte hinter dem Vorwurf ein ganz anderes Anliegen stecken: Überforderung oder das Gefühl, mit der Verantwortung allein zu sein.

Versuchen Sie es anders:

„Hast du das Gefühl, dass du zu viel allein machen musst?“

Damit müssen Sie dem Vorwurf nicht zustimmen. Sie versuchen lediglich, zunächst das eigentliche Anliegen zu verstehen.

Merken Sie sich: Verstehen bedeutet nicht automatisch zustimmen.

3. Recht behalten statt Lösungen finden

„Ich habe dir doch gleich gesagt, dass das nicht funktioniert!“

Vielleicht haben Sie das tatsächlich gesagt. Vielleicht hatten Sie sogar recht.

Aber was hilft Ihnen diese Feststellung jetzt?

Wer nach einem Fehler zuerst die Schuldfrage stellt, riskiert, dass sich das Gespräch um Rechtfertigungen dreht, statt um eine Lösung.

Versuchen Sie es anders:

„Okay, das hat nicht funktioniert. Was machen wir beim nächsten Mal anders?“

Damit richten Sie den Blick auf das, was Sie gemeinsam verändern können.

Merken Sie sich: Recht zu haben löst noch kein Problem.

quana Praxis – Drei kleine Veränderungen

Probieren Sie bei Ihrem nächsten schwierigen Gespräch etwas aus.

A – Fragen Sie nach, bevor Sie interpretieren.

Sie wissen nicht automatisch, was Ihr Gegenüber denkt oder fühlt.

B – Versuchen Sie zu verstehen, bevor Sie widersprechen.

Manchmal steckt hinter einem Vorwurf ein Anliegen, das bisher nicht ausgesprochen wurde.

C – Suchen Sie nach einer Lösung, statt nach einem Schuldigen.

Vergangenes lässt sich nicht ändern. Wie Sie künftig damit umgehen, schon.

Sie müssen dafür nicht Ihre gesamte Kommunikation umstellen. Beginnen Sie mit einer einzigen Veränderung.

Vielleicht fällt Ihnen beim nächsten Gespräch auf, dass Sie gerade eine Vermutung äußern, sich vorschnell verteidigen oder unbedingt recht behalten möchten.

Dann haben Sie bereits den wichtigsten Schritt gemacht: Sie haben Ihr eigenes Kommunikationsverhalten erkannt.

Und jetzt können Sie entscheiden, ob Sie es verändern wollen.

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